Es erstaunt nicht, dass der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) 2024 erneut überschritten wurde – das zeigt der aktuelle Flughafenbericht des Kantons Zürich. Denn die Zahl der Flugbewegungen hat zugenommen und steigt weiter an. Die Region Ost moniert schon lange, dass insbesondere die Anzahl Flüge in den sensiblen Nachtstunden ab 22 Uhr zunehmen. Auch der Kanton Zürich setzt sich für eine Verringerung der Lärmbelastung in den Nachtstunden ein und kritisierte deshalb die neuen, grosszügigen Lärmberechnungen im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) des Bundesrats. Der Bund akzeptiert damit den steigenden Fluglärm in der Nacht und will zudem die halbe Stunde für den Verspätungsabbau nach 23 Uhr als offizielle Betriebszeit zementieren. Eine Verbesserung der Situation bringt allenfalls die geplante Erhöhung der Lärmgebühren in den Nachtstunden. Die Region Ost fordert einmal mehr, dass nach 23 Uhr nur «echte» Verspätungen abgebaut werden dürfen. Der Fluglärm während der für sieben Stunden festgelegten Nachtruhe muss deutlich sinken.
Die Anzahl Flüge nach 23 Uhr sei nach wie vor zu hoch, schreibt der Kanton Zürich im Flughafenbericht 2025. Die Erwartungen bezüglich Begrenzung der Lärmimmissionen seien deshalb weiterhin nicht erfüllt. Diese Haltung teilt die Behördenorganisation Region Ost, die 120 Gemeinden mit rund 745'000 Einwohnenden im Osten des Flughafens Zürich vertritt. Von 23 bis 23.30 Uhr wurden zwar 6 Prozent weniger Flugbewegungen als letztes Jahr gezählt, nämlich total 2983. Das ist aber immer noch eine höhere Zahl als 2019, als insgesamt mehr geflogen wurde als heute. In der Zeit nach 23.30 Uhr wurde für 385 Flüge eine Einzelbewilligung erteilt. Das ist gemäss Flughafenbericht ein Plus von 28 Prozent, mit steil ansteigender Kurve.
Der Zürcher Fluglärm Index (ZFI) zeigt entsprechend, dass der Richtwert der von Fluglärm gestörten Menschen im Berichtsjahr noch einmal stärker als im Vorjahr überschritten wird. In der Nacht zum Beispiel werden 2 Prozent mehr Menschen im Schlaf gestört als im Vorjahr. Derweil steigt die Zahl der Flugbewegungen 2025 stetig an und erreicht erwartungsgemäss bald die Werte von vor Corona. Offizielle Zahlen zu den Flugbewegungen im Jahr 2025 nach 23 Uhr sind noch nicht vorhanden.
«Wir erwarten, dass es in Zukunft während der sensiblen Nachtstunden deutlich weniger Flüge geben wird», betont Katrin Cometta, Präsident Region Ost. «Die Nachtflugordnung muss eingehalten werden, das heisst nur unvorhersehbare Starts und Landungen nach 23 Uhr sind zu erlauben. Geplante Flüge mit notorischer Verspätung zählen nicht dazu. Der Bund darf die Vorgaben in Bezug auf den Lärmschutz der Bevölkerung nicht lockern, wie dies zurzeit leider angestrebt wird.»
