Fluglärm gerecht verteilen!

Charta

Der Flughafen Zürich strebt ein Betriebskonzept an, welches den Osten zusätzlich mit Fluglärm belasten würde. Zudem fordert er Pistenverlängerungen, um die Kapazität ausbauen zu können. Wir, die Stadt- und Gemeinderäte im Osten des Flughafens Zürich, akzeptieren diese Pläne nicht und haben uns deshalb auf folgende Charta 2008 geeinigt:

  1. Bekenntnis zum Flughafen: Der Flughafen Zürich ist sowohl für den Kanton Zürich als auch für die ganze Schweiz von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. Wir sind uns zudem bewusst, dass die Nähe zum Flughafen für unsere Städte und Gemeinden ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil ist. Deshalb sind wir auch bereit, einen Teil der Immissionen des Flugverkehrs über unserem Gebiet in Kauf zu nehmen.
     
  2. Verteilung der Flugbewegungen auf alle Himmelsrichtungen: Die Agglomerationsentwicklung in der Flughafenregion ist massgebend durch die historische Nordausrichtung des Flugbetriebs für Landungen geprägt worden. Deshalb ist es richtig, möglichst weitgehend wieder zu diesem früheren Anflugregime zurückzukehren. Im Übrigen soll die Fluglärmbelastung von sämtlichen Städten und Gemeinden im Einzugsgebiet des Flughafens gemeinsam getragen werden. Denn die gesamte Bevölkerung in der Flughafenregion hat das gleiche Recht auf Wohn- und Lebensqualität. Bis heute wurde die Bevölkerung im Osten am stärksten mit neuem Fluglärm belastet; auch nach der Einführung des Südanflugs wird während der Sperrzeiten über Süddeutschland meist von Osten her gelandet. Zusätzlich sind gewisse Gebiete im Osten bereits erheblich von den Immissionen startender Flugzeuge betroffen. Als umso grössere Ungerechtigkeit würden wir es empfinden, wenn künftig andere Regionen völlig von Fluglärm befreit, dafür aber unsere Städte und Gemeinden noch stärkerem Fluglärm ausgesetzt würden.
     
  3. Kein Pistenausbau: Die Anbindung des Flugbetriebs an das heutige Pistensystem stellt sicher, dass die Entwicklung des Flughafens Zürich auf die gewachsene Siedlungsstruktur Rücksicht nimmt und die Lärmbelastung für die Bevölkerung auch langfristig vorhersehbar bleibt. Die zunehmende Belärmung von Wohnquartieren in der Flughafenregion ist hauptsächlich durch raumplanerische Versäumnisse des Kantons Zürich verursacht und der betroffenen Bevölkerung, die dafür keine Verantwortung trägt, nur begrenzt zuzumuten.
     
  4. Gesprächs- und Kompromissbereitschaft: Wir wollen einen konstruktiven Beitrag zu einer einvernehmlichen Flugverkehrsregelung leisten. Eine einvernehmliche Lösung der Fluglärmfrage setzt jedoch den ernsthaften Willen aller Beteiligten voraus, in einem Klima des gegenseitigen Vertrauens und der Fairness einen Konsens zu finden, der alle tangierten Interessen ausgewogen berücksichtigt. Keine Basis für einen solchen Prozess ist das Raumentwicklungskonzept des Zürcher Regierungsrates, das eine massive Verstärkung der Anflüge auf Piste 28 empfiehlt und damit eine erneute und dauerhafte Benachteiligung der Bevölkerung im Osten des Flughafens bewusst in Kauf nimmt.

 
Forderungen
  1. Bekenntnis zum Flughafen
  2. Verteilung der Flugbewegungen auf alle Himmelsrichtungen
  3. Kein Pistenausbau
  4. Gesprächs- und Kompromissbereitschaft